Was bedeuten die Titel hinten den Mitgliedernamen ?
 
Fotografische Ehrentitel werden von verschiedenen Verbänden verliehen und sind Anerkennung von Erfolgen bei Fotowettbewerben.
 
KDVF
Der Deutsche Verband für Fotografie (DVF) vergibt für die erfolgreiche Teilnahme an bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerben Retina-Punkte. Das bedeutet, ein Bild wurde von der Jury aus der Menge der Einreichungen für die Ausstellung ausgewählt, eine sog. Annahme. Beim Erreichen von 40 Retina-Punkten darf sich der Teilnehmer "Künstler des Deutschen Verbandes für Fotografie" (KDVF) nennen.
 
GDT
Die Vollmitgliedschaft in der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) ist auch an das fotografische Können angekoppelt. Sie setzt mitunter ein Portfolio von 20 Naturfotografien voraus, das von der GDT nicht nur auf Qualität geprüft wird, sondern auch Authentizität der Motive. Computerbearbeitete Fotos sind dabei nicht zugelassen, was streng kontrolliert wird.
 
FIAP
Ebenfalls erfolgsorientiert verleiht die weltweit agierende Fédération Internationale de l‘Art Photographique (FIAP) ihre Titel. Basis sind Annahmen bei Internationalen Fotosalons und Circuits. Das sind weltweit ausgeschriebene Fotowettbewerbe. Nicht selten nehmen daran viele hundert bis tausende Fotografen aus aller Welt teil. Bei der größten derartigen Veranstaltung, dem Trierenberger Supercircuit, werden jährlich knapp 100.000 Fotos eingereicht, gegen die es sich auf dem Weg zum Erfolg durchzusetzen gilt. Nur wenige Prozent der dabei eingesandten Fotos werden als Annahmen akzeptiert. Dabei werden 3 Titel unterschieden, die unter den folgenden Voraussetzungen (Stand 2017) geführt werden dürfen:
 
Artiste FIAP (AFIAP)
Bedingung sind 40 internationale Annahmen bei mindestens 15 Teilnahmen, mindestens 15 verschiedene Fotos in 8 verschiedenen Ländern. 10% der Erfolge müssen bei Print-Wettbewerben erzielt sein, d.h. keine Digitalfotos.
 
Excellence FIAP (EFIAP)
Nachzuweisen sind 250 internationale Annahmen aus 30 Salons mit 50 verschiedenen Fotos in 20 verschiedenen Ländern. Ebenfalls müssen Erfolge aus Print-Wettbewerben darunter sein.
 
Maitre FIAP (MFIAP)
Für den MFIAP ist eine Bewerbungsmappe mit einer zusammenhängenden Serie von 20 Werken vorzulegen, die vom Präsidium der FIAP begutachtet wird. Nur ein Bruchteil der Bewerbungen wird akzeptiert. In Deutschland wurde bis zum heutigen Tag der MFIAP-Titel nur an 13 Personen verliehen.
 
Eine Sonderstellung gibt es beim EFIAP: Nach Erreichen des Titels wird das Konto des Bewerbers wieder auf Null gesetzt und man beginnt wieder von vorne zu zählen, um folgende Levels anzustreben:
 
EFIAP/Bronze: 200 Annahmen mit mindestens 50 verschiedenen Fotos in wenigstens 5 versch. Ländern
EFIAP/Silber: 300 Annahmen mit mindestens 100 verschiedenen Fotos in wenigstens 10 versch. Ländern
EFIAP/Gold: 500 Annahmen mit mindestens 150 verschiedenen Fotos in wenigstens 15 versch. Ländern
EFIAP/Platin: 700 Annahmen mit mindestens 250 verschiedenen Fotos in wenigstens 20 versch. Ländern
 
Weiterhin müssen (aufsummiert) bei Bronze 4 Fotos mit einer Medaille oder Urkunde ausgezeichnet worden sein, bei Silber 9 Fotos, bei Gold 15 Fotos und beim Platin-Level 22 Fotos. Es muss sich dabei um 22 verschiedene Werke handeln (es reicht also nicht, ein Superfoto zu haben, das mehrfach gewinnt) und ebenfalls in verschiedenen Ländern. Dieses ist die größte Hürde auf dem Weg zu den EFIAP-Level-Titeln.
 
Die FIAP-Titel von AFIAP bis EFIAP einschl. der EFIAP-Levels können von unten nach oben nur nacheinander erworben werden, man darf keine Titelstufe überspringen. Ebenso ist nach Erreichen einer Stufe eine Wartefrist einzuhalten und setzen eine langjährige kreative Fotografie mit immer neuen Bildern voraus.